Förderband-Inspektion per Smartphone: Schäden erkennen, bevor das Band steht
In Bergbau, Steinbruch, Recycling und Logistik läuft ohne das Förderband nichts. Es transportiert das Material rund um die Uhr, oft über lange Strecken und durch schwer zugängliche Bereiche. Damit das so bleibt, muss der Gurt regelmässig kontrolliert werden. Klassisch geschieht das von Hand, per Sichtprüfung. Dieses bewährte Verfahren stösst allerdings an klare Grenzen. Eine neue Generation der Inspektion setzt dagegen auf Smartphone und künstliche Intelligenz und macht die Zustandskontrolle schneller, objektiver und sicherer.
Warum die regelmässige Inspektion über die Verfügbarkeit entscheidet
Ein Förderband fällt selten ohne Vorwarnung aus. Meist kündigen sich Schäden an: ein kleiner Längsschlitz, beginnender Kantenabrieb oder eine schwächelnde Verbindung. Wird das früh erkannt, lässt es sich planbar und günstig beheben. Bleibt es unentdeckt, wächst aus dem kleinen Schaden ein Bandriss. Die Folge ist ein ungeplanter Stillstand, der die gesamte Prozesskette lahmlegt. Eine engmaschige, verlässliche Inspektion ist deshalb keine lästige Pflicht, sondern die Grundlage für eine hohe Anlagenverfügbarkeit.
Die Grenzen der klassischen Sichtprüfung
Die manuelle Sichtprüfung hängt stark von der Person ab, die sie durchführt. Erfahrung, Tagesform und Lichtverhältnisse beeinflussen das Ergebnis, und zwei Prüfer beurteilen denselben Gurt nicht zwingend gleich. Dazu kommt das Sicherheitsrisiko: Viele Gurtabschnitte verlaufen in der Höhe, in engen Schächten oder in gekapselten Bereichen, die nur schwer und nicht ohne Gefahr erreichbar sind. Und schliesslich fehlt der reinen Sichtprüfung die lückenlose Dokumentation: Ein Befund im Kopf des Monteurs lässt sich weder vergleichen noch für Audits nachweisen.
So funktioniert die KI-gestützte Videoanalyse
Hier setzt die smartphonebasierte Inspektion an. Der Ablauf ist bewusst einfach gehalten:
- Aufnehmen: Der laufende Gurt wird mit einem handelsüblichen Smartphone gefilmt. Eine teure Spezialausrüstung ist dafür nicht nötig.
- Hochladen: Das Video wird über die Upload-Plattform von REMA TIP TOP eingereicht.
- Analysieren: Die KI-gestützte Software erkennt automatisch Verbindungen, Kanten- und Oberflächenschäden sowie weitere Auffälligkeiten.
- Auswerten: Aus den Daten entsteht ein detaillierter Bericht, inklusive vollständiger Gurtkarte, Schweregrad-Bewertung, hochauflösenden Bildern und konkreten Handlungsempfehlungen.
Weil heute praktisch jeder ein Smartphone zur Hand hat, entstehen für die Aufnahme keine zusätzlichen Kosten für teure Messtechnik.
Was die Auswertung im Betrieb leistet
Der grosse Unterschied zur reinen Sichtprüfung liegt im Ergebnis. Statt einer subjektiven Einschätzung erhalten Betreiber eine transparente, objektive und standardisierte Bewertung des gesamten Gurts. Diese lässt sich doppelt nutzen: für die operative Instandhaltung, weil klar wird, wo und wie dringend gehandelt werden muss, und für Compliance- und Audit-Zwecke, weil der Zustand lückenlos dokumentiert ist. Die Handlungsempfehlungen stützen sich auf die jahrzehntelange Erfahrung von REMA TIP TOP in Bergbau und Fördertechnik, die in das Training der KI eingeflossen ist.
Für welche Anlagen sich das Verfahren eignet
Die Videoanalyse ist für praktisch alle Gurttypen geeignet, von Overland- und Schlauchgurtförderern über lange Haupt- und Transportstrecken bis zu Steig- und Gefälleförderern. Entsprechend breit ist das Einsatzfeld: Bergbau, Baustoffindustrie, Recycling und Logistik profitieren gleichermassen. Besonders dort, wo Gurtabschnitte schwer zugänglich oder gekapselt sind, spielt die Methode ihre Stärken aus. Manuelle Kontrollen werden reduziert, die Sicherheit der Mitarbeitenden steigt, und versteckte Schäden werden früh erkannt, bevor sie teure Ausfälle verursachen.
Teil eines durchgängigen Monitoring-Konzepts
Die Videoanalyse ist ein Baustein eines grösseren Überwachungsansatzes. Ergänzend stehen Systeme zur Längsschlitz-Erkennung, zur Überwachung der Gurtdicke, zum Scannen von Stahlseileinlagen und zur Vorhersage von Rollenausfällen zur Verfügung. Gemeinsam ergeben sie ein lückenloses Bild vom Zustand der Förderanlage, von der laufenden Kontrolle bis zur passenden Reparatur aus einer Hand. So wird aus einzelnen Prüfungen ein planbares, vorausschauendes Instandhaltungskonzept, das Stillstände vermeidet, bevor sie entstehen.
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